Arbeitsgespräch an der Humboldt-Universität zu Berlin, 3.-5.4.2014

Über das geisteswissenschaftliche Buch wird viel diskutiert und wenig geforscht, ganz im Gegenteil zum naturwissenschaftlichen Buch, dem in jüngerer Zeit das umgekehrte Schicksal zuteil wurde. Diese Situation ist umso erstaunlicher, als die aktuellen Auseinandersetzungen über die Gegenwart und Zukunft des geisteswissenschaftlichen Buches im digitalen Zeitalter von historischen Vorannahmen geleitet sind, die einer genaueren Prüfung harren. Es drängt sich daher auf, die Geschichte des geisteswissenschaftlichen Buches im Rahmen eines dreitägigen internationalen Arbeitsgesprächs an der Humboldt-Universität zu Berlin umfassend in den Blick zu nehmen und damit einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion zu leisten.

Das Ziel des Arbeitsgesprächs ist es, eine realistische Einschätzung der Formen und Funktionen des geisteswissenschaftlichen Kodex vom 17. bis zum frühen 21. Jahrhundert zu ermöglichen. Dazu sollen nicht nur ihre rechtlichen, ökonomischen, politischen und medialen Voraussetzungen behandelt, sondern auch Vergleiche mit den Konjunkturen anderer Literaturgattungen sowie mit den Publikationsformen anderer Fachrichtungen angestellt werden. Mit diesem breiten Zugang verbindet das Arbeitsgespräch die Absicht, die Frage nach einer „Krise des Kodex“ in unserer Zeit von einer allzu einseitigen Fixierung auf die digitale Revolution zu lösen und für andere Faktoren – wie den Einfluss der publizistischen Praktiken in den Natur- und Technikwissenschaften – zu öffnen.

Falls Sie Interesse an einem Besuch der Veranstaltung haben sollten, können Sie sich bei Frau Simone Zweifel simone.zweifel[at]unisg.ch anmelden.

Ausgewählte Beiträge des Arbeitsgesprächs werden 2015 in der fünften Ausgabe von Kodex. Jahrbuch der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft (Harrassowitz) abgedruckt.

Das Arbeitsgespräch wird gefördert von der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft, der Waldemar-Bonsels-Stiftung, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität St. Gallen.

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